Villa Sonnenschein - Tagesmutter Massenbachhausen
Villa Sonnenschein - Tagesmutter Massenbachhausen

Zur Entwicklung eines gesunden Körpergefühls

Das körperliche Wohlbefinden, Bewegung, Gesundheit und Ernährung hängen eng zusammen und sorgen für ein positives Selbst und Körperkonzept. Auch hier unterstütze ich die Entwicklung Ihres Kleinkindes.

 

Ausreichend Ruhe und Schlafphasen : Nur ein ausgeruhtes Kind kann sich voller Freude und Spannung dem aktiven Spiel hingeben. Die Kinder, vor allem die Kleineren, haben bei mir jederzeit die Möglichkeit, in einem separaten Zimmer zu schlafen oder sich aus dem Geschehen etwas zurückzuziehen.  Generell ist aber gegen 12Uhr ein erholsamer Mittagsschlaf im eigenen Bettchen vorgesehen. Somit sorge ich für ausreichend Ruhe und Schlafphasen.

 

Zum Umgang mit der eigenen Körperhygiene: Das Trockenwerden ist ein ganz natürlicher Prozess und ein großer Sprung zur Selbstständigkeits- und Persönlichkeitsentwicklung des Kindes. Hierbei lasse ich dem Kind genügend Zeit. Der Entschluss sauber zu werden muss nämlich ausschließlich vom Kind kommen und ich unterstütze es lediglich darin, indem ich die Signale des Kindes aufgreife und die Voraussetzungen schaffe, die für die selbstständige Nutzung des Klos oder dem Töpfchen benötigt werden. „Erziehungsversuche“ können zu einer Verunsicherung des Kindes führen und negative Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung haben. Es braucht dazu die körperliche sowie geistige Reife, um den Schließmuskel wahrzunehmen und unter Kontrolle zu halten.

 

Zur gesunden Ernährung und der Geschmacksentwicklung

 

Nur, wenn die Erwachsenen den Kindern die Gelegenheiten bieten Neues auszuprobieren, können sie ihr Speiserepertoire erweitern und ein gesundheitsbewusstes Ernährungsverhalten entwickeln. Meine Erwartungen sind, den Kindern eine gute Kombination ausgewählter Lebensmittel zu ermöglichen, welche die Kinder mit allem, was sie für die Gesundheit, der Leistungsfähigkeit und dem Wohlbefinden benötigen, versorgt.

Sie haben während des Wachstums einen hohen Energiebedarf und brauchen besonders viele Nährstoffe, um Knochen, Muskeln und Organe aufzubauen. Ebenso zählt die gemeinsame Mahlzeit zu einem bedeutenden Lernfeld im pädagogischen Alltag, in Bezug auf die sprachliche, soziale und feinmotorische Bildung. Neben der Förderung einer gesundheitsfördernden Esskultur ist die Verarbeitung und Zubereitung der Lebensmittel ebenso ein wichtiges Bildungsthema und kann ganz nebenbei im Alltag am Esstisch geschehen. Dies ist wichtig, da die Grundsteine für lebenslange Verhaltensweisen schon in der frühen Kindheit gelegt werden. Die Ernährungsbildung zielt darauf ab, die Kinder zu befähigen, die eigene Ernährung sozial verantwortlich und demokratisch teilhabend unter den gesellschaftlichen Bedingungen zu entwickeln und gestalten.

Sie trägt zur Kultur des Zusammenlebens bei, wird biografisch angeeignet und ist in Wechselwirkungen mit dem soziokulturellen Umfeld verbunden. Dieser Prozess beginnt im Alter von 0-3 Jahren durch Sinnesbildung. Frühkindliche Ernährungsbildung bedeutet demnach Sinnesbildung und wird durch das Ermöglichen sinnlicher Erfahrungen bei mir gefördert. Weitere Ziele sind es, Erfahrungen zu bieten, die ein gesundes Aufwachsen fördern und das Wohlbefinden stärkt.

 

Da ich das Kind als Akteur seiner eigenen Entwicklung betrachte, hat dies auch Auswirkungen auf die Gestaltung der Esssituation in der Einrichtung. Die Bedürfnisse der Kinder werden von mir frühzeitig wahrgenommen und sie werden darin unterstützt, diese zunehmend eigenständig und selbst zu befriedigen. Wenn Kinder Speisen mit auswählen dürfen, einkaufen, zubereiten und probieren, entwickeln sie eine größere Offenheit gegenüber der abwechslungsreichen Auswahl an Lebensmitteln. Zudem gewinnen die Kinder durch das Selbermachen an Selbstvertrauen und ein positives Selbstkonzept. Entdeckungsreisen, z. B. das Einkaufen oder das streifen durch unseren Gemüsegarten, helfen den Kindern, die Vielfalt der Lebensmittel zu erschließen und ihren Wert zu erkennen.

 

Auch die Beschäftigung mit dem Geschmack ist eine zentrale Voraussetzung für Ernährungsbildung. Präferenzen für Aromen werden gemeinsam mit Emotionen gespeichert. Geschmäcker und Speisen der Kindheit sind somit mit Gefühlen der Kindheit verknüpft, wobei positive Erinnerungen dazu führen, dass Essen eine große psychische Bedeutung zukommen kann. Möchte man die Funktion des Geschmacks mit gewünschten Ernährungsgewohnheiten verknüpfen, muss eine sensorische Bildung, sowie eine stetige Weiterentwicklung der Geschmacksakzeptanten erfolgen. Die Kinder müssen an ein breites Spektrum der Lebensmittel und an die Geschmacksvielfalt herangeführt werden, wobei sie selber entscheiden dürfen, wie viel sie je nach ihrem Hunger und Sättigungsgefühl essen möchten.

 

Das anfängliche Ablehnen neuer Speisen (Neophobie) wird dabei als normal betrachtet. Die Akzeptanz kann durch wiederholtes Anbieten erhöht werden. Ich, mit meinem Essverhalten, werde hierbei als Vorbild wahrgenommen. Insgesamt bestimmen vielfältige Faktoren, ob ein neuer Geschmack akzeptiert wird. Häufiges Probieren, positive Emotionen in einer fröhlichen Tischrunde, die jeweilige Tischgemeinschaft, die Vorbilder, positive Beziehungen zu Menschen, mit denen man isst, die Freiwilligkeit, Selbstständigkeit, die Selbstverständlichkeit, die Beziehung zum Lebensmittel sowie die Anschlussfähigkeit zu vertrauten Speisen bestimmen insgesamt die Geschmacksbildung. Die Geschmacksbildung kann daher beeinflusst werden. Zum einem durch das Ermöglichen vielfältiger Erfahrungen mit neuen Lebensmitteln. Des Weiteren durch die Verbindung von Emotionen und Situationen mit sinnlichen Erfahrungen, da das Riechzentrum direkt synaptisch mit dem limbischen System verschaltet ist.

 

Positive Ess- und Genusserfahrungen werden aus diesem Grunde im pädagogischen Alltag integriert, da sie für die Ausbildung des Geschmackes und den Ernährungsgewohnheiten bedeutend sind. Ich achte darauf, dass die Atmosphäre freundlich und aufgeschlossen ist. Weitere prägende Faktoren der Essatmosphäre sind die Raum- und Tischgestaltung, die Essenszeiten sowie die Begleitung der Mahlzeiten durch mich. Vergnügen am gemeinsamen Essen bewirkt auch eine farbliche Zusammenstellung der Lebensmittel und ist nebenbei motivationsfördernd unbekannte Lebensmittel zu probieren.

 

Ich sorge für eine angenehme Essatmosphäre in dem ich:

  • nach Möglichkeit gemeinsam mit den Kindern die Nahrung zusammen einnehme

  • für eine gute, ausgelassene Stimmung am Essenstisch sorge

  • die Mahlzeiten etwa zur gleichen Zeit mit einem festen Mahlzeitenablauf stattfinden lasse.

  • die Kinder entscheiden lasse, wie lange sie essen möchten, dennoch bleiben wir gemeinsam eine Weile sitzen, bis der größte Teil fertig ist

  • uns auf das Essen mit einem gemeinsamen Tischspruch einstimme

  • die Kinder, für das was bereits selbstständig gut klappt lobe

  • die Kinder dazu animiere, nicht iiigit oder bäh zu sagen wenn sie etwas nicht mögen, sondern nein danke oder „das schmeckt mir nicht“

  • die Kinder entscheiden lasse, wie viel und was sie essen möchten

  • das Obst und Gemüse attraktiv anrichte, wie z. B. mundgerechte Stücke, oder farbenfroh und lustig präsentiert.

  • die Kinder mit den Händen experimentieren lasse

  • den Tisch ansprechend dekoriere.

 

Die Lebensmittel werden von den Eltern mitgebracht, da die tägliche Zubereitung der Nahrung zu viel Zeit beanspruchen würde. Aus diesem Grunde möchte ich sie bitten, die oben genannten Aspekte mit aufzugreifen und ihr Kind darin zu unterstützen, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Gelegentlich kochen wir alle zusammen, schnippeln einen Obstsalat oder backen einen Kuchen. Bei weiteren Fragen und Anregungen stehe ich Ihnen sehr gerne zur Verfügung.

 

Zunächst stelle ich Ihnen wünschenswerte Regelungen zur Verpflegung vor.

  • Bitte geben Sie täglich Gemüse und Obst in die Einrichtung mit.

  • Berücksichtigen sie nach Möglichkeit bitte das saisonale Angebot

  • Bitte geben Sie die Lebensmittel in separaten Boxen mit.

(Die Kinder sollen die Möglichkeit erhalten, sich das Essen selber zuzubereiten und zu entscheiden, was sie essen möchten)

  • Der Menüzyklus sollte nach Möglichkeit vier Wochen betragen

(Tipp: Sie können einiges in größeren Portionen am Wochenende vorkochen und einfrieren und manche Elemente wie Kartoffeln oder Reis am jeweiligen Tag dazu kochen. Das spart Zeit)

  • Einige tierische und pflanzliche Lebensmittel sollten wegen möglicher Belastung mit Krankheitserregern nicht mitgebracht werden: Dies sind beispielsweise Rohmilchprodukte, Weichkäsesorten mit Oberflächenschmiere, frisches Mett, Tatar oder Mettwurst.

  • Verzichten Sie bitte auf die Gewöhnung standardisierter Geschmacksverstärker, da so der Sinn für die Geschmacksvielfalt verloren geht.

  • Bitte verwenden sie keine Formfleischerzeugnisse, da sie keine naturbelassenen Produkte sind und nicht zur Geschmacksbildung des Kindes beitragen.

  • Bitte geben Sie ihren Kindern keine Süßigkeiten in der Brotbox mit. Dazu zählen auch sogenannte „Kinderlebensmittel“. Zuhause ist dagegen bei kleinen Mengen überhaupt nichts einzuwenden. Dennoch kann es in der Einrichtung zu Neid und Streitigkeiten kommen, wenn manche etwas dabei haben und andere nicht.

  • Bitte geben Sie keine Nüsse oder sehr harte Lebensmittel mit, da diese verschluckt werden können.

 

 

 

Wie könnte ein vollwertiges Speiseangebot gestaltet werden?

Die Informationen dienen Ihnen als Anregung zur Umsetzung. Sie sind nicht als Pflichtprogramm zu verstehen. Wenn sie  zur positiven Entwicklung Ihres Kindes beitragen möchten und nicht lange nach Rezepten suchen möchten, können Sie sich gerne den

nährstoffoptimierten FIT KID Vierwochenspeiseplan für 1- bis 3 jährige hier herunterladen. Dieser ist herausgegeben von IN FORM einer deutschen Initiative für gesunde Ernährung und Bewegung.

http://www.fitkid-aktion.de/

Vielen Dank im Voraus für Ihre Mitarbeit.

 

 

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© Steffen Waberski